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Claudia Selic-Köhler

Blog

Ayurveda und Tiernaturheilkunde

Vata, Pitta und Kapha

Die Doshas des Ayurveda und ihre Bedeutung

Wenn ich meine zukünftigen Patienten zum ersten Mal zu Hause besuche, haben ihre Besitzer meist eine Tierheilpraktikerin gebucht und den Ayurveda ein wenig zu Seite geschoben. Manchmal bereits ein wenig über den Ayurveda gelesen, oder im besten Fall selbst erfahren, wie wirksam der Ayurveda ist. Dennoch ist es für die meisten eine eher fremde Welt, auf die sie sich einlassen.

Sie wünschen sich eine ayurvedische Konstitutionsanalyse für ihr Tier und für sie klingt das alles auch sehr spannend, aber häufig sehe ich spätestens dann in fragende Gesichter, wenn die Begriffe Vata, Pitta und Kapha auftauchen. Nur verständlich, denn mir ging es ähnlich, als ein ehemaliger Dozent in einer Ausbildung zur westlichen Heilpflanzenkunde, einen Exkurs in die ayurvedische Heilkunde machte und uns eben genau diese Begriffe um die Ohren schlug, jedoch mit keinem Wort mehr weiter erklärte 😉.

Daher möchte ich Dir die Begriffe Vata, Pitta und Kapha bzw. den Begriff Dosha etwas näher bringen und dir ebenso eine Idee dazu vermitteln, wie dieses Konzept des Ayurveda dir helfen kann, die Bedürfnisse deines Tieres noch besser zu verstehen.

Schauen wir uns zunächst den Sanskrit Begriff Dosha an:

Es gibt verschiedene Ansätze zur wörtlichen Übersetzung bzw. Bedeutung. So kann es wörtlich mit „Fehler“ übersetzt werden und in seiner Bedeutung mit: „das, was krank macht“ oder „das, was Probleme macht“.

Im Verständnis des Ayurveda verfügt jeder Menschen und jedes Tier über eine individuelle Zusammensetzung dreier Kräfte. Sie werden häufig auch als Bioenergien, Wirkprinzipien oder Lebensenergien bezeichnet. Diese Energien steuern sämtliche körperlichen und seelischen Abläufe im Körper eines Menschen oder eines Tieres und werden als Doshas bezeichnet.

In der ayurvedischen Lehre werden drei Haupt-Doshas unterschieden: Vata, Pitta und Kapha. Jedes Dosha setzt sich aus unterschiedlichen Elementen zusammen und hat bestimmte Eigenschaften.

In der Natur finden wir aus Sicht des Ayurveda, fünf Elemente, die nicht nur unsere Erde, sondern auch uns selbst und somit auch unsere Tiere formen. Aus diesen fünf Elementen setzen sich die einzelnen Doshas zusammen.

Es werden folgende Elemente im Ayurveda beschrieben:

  • Äther (Raum)
  • Luft
  • Feuer
  • Wasser
  • Erde

Vata – das Bewegungsprinzip – setzt sich zusammen aus: Äther und Luft

Pitta – das Transformationsprinzip – setzt sich zusammen aus: Feuer und ein bisschen Wasser

Kapha – das Stabilitätsprinzip – setzt sich zusammen aus: Wasser und Erde

Die unterschiedlichen Zusammensetzungen dieser Elemente machen uns und unsere Tiere einzigartig. Es ist wichtig zu wissen, dass wir immer alle drei Doshas in uns tragen, wobei meist ein oder zwei Doshas dominieren. Dabei ist keines der Doshas besser oder schlechter als die anderen.

So kannst du dir ein Vata-Tier als feingliedriges und eher schmal gebautes Tier vorstellen. Es ist wie der Wind: beweglich, leicht und sprunghaft. Sprichwörtlich wie ein „Fähnlein im Wind“ lässt es sich von jedem Windhauch mitreißen und kann schwer bei sich bleiben. Es ist das Tier, das bei der kleinsten Ansprache wild mit dem Schwanz wedelt und vor lauter Freude kaum mit allen vier Pfoten auf dem Boden bleiben kann.

Pitta-Tiere sind scharfsinnig und intelligent, oft mit einem athletischen und gut bemuskelten Körperbau. Das Feuer in ihnen verleiht ihnen eine natürliche Dominanz, die gut geführt werden will, um zu verhindern, dass sie außer Kontrolle gerät und Probleme wie Aggressionen entstehen.

Kapha-Tiere ruhen in sich selbst und sind schwer aus der Fassung zu bringen. Sie sind friedlich und besitzen einen kräftigen und stabilen Körperbau. Oft neigen sie dazu, leicht Gewicht zuzulegen und haben Schwierigkeiten, es wieder zu verlieren. Kapha-Tiere brauchen stets ein wenig Motivation, um in „die Puschen“ zu kommen.

Im Zusammenhang mit den Doshas erwähnten wir, dass der Begriff Dosha die Bedeutung „das, was Probleme machen kann“ hat. Um diesen Gedanken weiterzuführen, erweitern wir unser bisheriges Wissen um die Begriffe Prakriti und Vikriti. Dadurch können wir besser verstehen, was passiert, wenn wir oder unser Tier krank wird.

Die Prakriti ist unsere angeborene Dosha-Natur, die uns von Geburt an gegeben ist. Es ist die Zusammensetzung der Doshas, die uns einzigartig macht. Wenn alle unsere angeborenen Eigenschaften und Energien im Gleichgewicht sind, so wie sie uns mitgegeben wurden, fühlen wir uns wohl, sind gesund und leistungsfähig. Das ist unsere Prakriti. sie ist unveränderlich.

Ich könnte also nicht einfach beschließen: „Ach, ich hätte gerne ganz viel Kapha. Ein Kapha-Mensch zu sein, fände ich richtig toll,“ und dann versuchen, mein Leben und mich so zu verändern, dass das Kapha-Dosha mich dominiert. Das würde nicht funktionieren und gegen meine angeborene Natur laufen. Über kurz oder lang würden sich dies in Form von Stress oder anderen körperlichen Symptomen bemerkbar machen.

Ebenso unmöglich ist es, ein ruhiges, gemütliches Kapha-Tier in ein lebhaftes Pitta-Tier zu verwandeln, das am Morgen schon vor Erwartung hüpft und darauf brennt, wann es endlich losgeht.

Die Vorstellung, dass wir alle Doshas zu gleichen Teilen in uns vereinen müssten (wie ich letztens gehört habe), entspricht nicht der Idee des Ayurveda und ist nicht umsetzbar, es sei denn, wir tragen bereits von Natur aus alle drei Doshas relativ ausgeglichen in uns. Das wäre dann eine Tridosha-Konstitutiion.

Ein persönliches Beispiel aus meinem Leben könnte diesen Gedankengang weiter verdeutlichen:

Als Vata-Pitta-Mensch bin ich von Natur aus kreativ, habe viele Ideen und setze diese mit der Kraft von Pitta um. Als ich jedoch aus verschiedenen Gründen, die hier jetzt keine Rolle spielen sollen, für ein Jahr einen Bürojob mit vielen Listen, Zahlen und sich wiederholenden Abläufen annahm, war das eine echte Qual für mich – damals verstand ich noch nicht, warum. Ich langweilte mich zu Tode, handelte komplett gegen meine Natur und wurde letztlich krank. Ein Kapha-Mensch, der viel Struktur und Routine benötigt, hätte sich in dieser Umgebung hingegen wahrscheinlich pudelwohl gefühlt.

Die Vikriti beschreibt das, was aus dem Gleichgewicht geraten ist – für einen Vata-Typen könnte dies bedeuten, dass seine kreative Energie in Gedankenkreisen umschlägt und er sich in Sorgen und Ängsten verliert. Dieser Mensch könnte nachts wach liegen und sich rastlos von einer Seite auf die andere wälzen. Das ursprünglich positive Potenzial der Kreativität wird nun zu einer Belastung, da Vata nun „zu viel“ geworden ist.

So ähnlich könnte es auch einem Tier ergehen: Ein Hund, der zuvor neugierig und voller Freude Neues gelernt hat, könnte plötzlich schreckhaft und unkonzentriert werden, wenn er keine erdenden Ruhephasen bekommt. Die fehlende Balance führt dazu, dass die zuvor positive Neugier zur Belastung wird.

In meinen Therapien nutze ich dieses Wissen über die Doshas – Vata, Pitta und Kapha – und passe sowohl die Behandlungen als auch die Dosierungen individuell an die Konstitution des jeweiligen Tieres an. Es wäre wenig sinnvoll, einem Tier, das bereits viel friert, eine Massage mit kühlendem Pfefferminzöl zu geben. Ebenso wäre es unangebracht, einem hitzigen Pitta-Tier noch mehr Hitze durch scharfe Futterergänzungen zuzuführen, selbst wenn sie von der Indikation her passend erscheinen mögen.

Dir, als Tierhalter gebe ich zusätzlich viele Tipps mit auf den Weg, wie du dein Tier gemäß seiner individuellen Bedürfnisse fördern und unterstützen kannst.

Vielleicht bist du nun neugierig und möchtest herausfinden, welches Dosha in deinem Tier vorherrscht und wie du es bestmöglich, entsprechend seiner Bedürfnisse unterstützen kannst. Dann lade dich herzlich zu einem kostenlosen Vorgespräch ein, um gemeinsam zu besprechen, wie wir deinem Tier am besten helfen können.

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Wenn Du nun das Gefühl hast, dass der Ayurveda und die Naturheilkunde für dein Tier, als Ergänzung zur Schulmedizin oder auch als alleinige Behandlungsmethode, das Richtige für euch sein könnte, dann schau dir gerne hier meine Angebote an.
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